Arbeitsloseninitiative Rastede e.V.

Beratung

21.07.2010

Beratungsstelle: Andrea Marhold

Dipl.-Sozialpädagogin
Andrea Marhold

Beratung und Betreuung von Langzeitarbeitslosen nach § 16 SGB II

Die Beratungsstelle der Arbeitsloseninitiative Rastede e.V. nimmt seit dem 01.01.2005 für den Landkreis Ammerland die psychosoziale Betreuung von besonders hilfebedürftiger Langzeitarbeitslosen, die ohne verstärkte Unterstützung nicht wieder integrierbar sind, wahr.

Schwerpunkt im Rahmen der psychosozialen Betreuung ist die Unterstützung der Langzeitarbeitslosen bei der Ordnung des persönlichen Umfeldes (z.B. Anbahnung von Schuldnerberatung, Suchtberatung, Sicherstellung der Kinderbetreuung usw.) und Hilfestellung zu leisten, um Hemmnisse abzubauen, die der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Arbeitsgelegenheit entgegenstehen. Desweiteren wird vermittelt und unterstützt bei Konflikten mit Behörden, beim Ausfüllen von Anträgen und Erläutern von Bescheiden.
Auch werden Hilfen bei Wiedereingliederungsbemühungen und bei der beruflichen Neuorientierung gegeben.

Die Notwendigkeit eines solchen Angebotes wird deutlich, wenn man sich die massive Existenznot durch langanhaltende Arbeitslosigkeit, aber auch durch gesundheitliche Einschränkungen sowie die Perspektivlosigkeit für die Zukunft der uns zugewiesenen Menschen betrachtet.

In unserem Praxisalltag ist es die Regel, ausgiebig Zeit für die Beratungsgespräche zu nehmen, um bessere Ausgangsbedingungen für vertrauensvolle Gespräche bieten zu können. Diese Zeit wird dazu benötigt, um an den Kern der Hemmnisse, die eine Aufnahme von Arbeit verhindern, heranzukommen und diese "aufbrechen" und, im besten Fall, abbauen zu können.

Ziel dieser sozialpädagogischen Betreuung sollte es sein, die Hilfebedürftigen so anzuleiten, dass sie eigenständig ihre Situation erkennen können und positiv zu beeinflussen lernen.

Allgemeine Beratung

Ergänzend zu der Beratungsarbeit im vereinbarten Umfang, suchen täglich Ratsuchende aus eigener Intitiative die Beratungsstelle auf bzw. fragen telefonisch nach Problemlösungen.
Es gilt sie über die neue Gesetzeslage, aber selbstverständlich auch über ihre Rechte u. Pflichten, auch gegenüber der Leistungsträger, zu beraten.

Themenbereiche wie SGB II, SGB III, SGB XII, Wohngeld, Bewerbung/Lebenslauf, Schulden, psychosoziale Betreuung usw. sind auch weiterhin Inhalte dieser Beratungen.

Insgesamt ist zu sagen, dass im vergangenen Jahr die Zahl der durchgeführten Beratungsgespräche, aber auch der zeitliche Umfang dieser Beratungen, stetig angestiegen ist.

Die Beratungsarbeit hat sich in Hinsicht psychosozialer Beratung, Perspektivfindung mit und für die Ratsuchenden sowie Motivierung zur Eigeninitiative, verstärkt.

Gemeinnützige Arbeit von straffällig gewordenen Jugendlichen und Erwachsenen

Die Alra bietet seit vielen Jahren straffällig gewordenen Jugendlichen und Heranwachsenden an, hier ihre Arbeitsleistungen zu erbringen, die ihnen aus einem Gerichtsverfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) von dem Jugendrichter "aufgebrummt" wurden.
Ebenso können Erwachsene hier ihre Sozialstunden abarbeiten, um eventuell drohende Freiheitsstrafen abzuwenden. Daher arbeiten wir eng mit dem Jugendamt des Landkreises Ammerland und mit dem Sozialen Dienst der Staatsanwaltschaft Oldenburg zusammen.

Wir halten es für sehr wichtig, dass diesen Jugendlichen und Erwachsenen, die bei uns ihre Arbeitsstunden ableisten, signalisiert wird, dass ihnen ernsthafte Konsequenzen drohen, wenn sie jetzt nicht zur Einsicht kommen.
Deshalb werden sie in einem einführenden Gespräch darauf hingewiesen: Wer unentschuldigt fehlt, der hat seine Chance - zumindest in unserer Einrichtung - vertan! Darüber hinaus erwarten wir natürlich ein gewisses Maß an Leistungs- und Kooperationsbereitschaft.

In der Regel werden diese "Spielregeln" schnell begriffen, und die Ableistung der Stunden geht relativ reibungslos vonstatten - in angenehmer Atmosphäre für beide Seiten. Ausnahmen gibt es jedoch auch!